Archiv der Projekte

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Projekte und Aktionstage

Der Verein bietet neben den regelmäßigen Veranstaltungen auch verschiedene Projekte an.

Reise nach Bad Bevensen

Mitte August war es wieder einmal so weit. 14 Mitglieder des Selbsthilfeverbandes Menschen mit Behinderung und ihre Begleitpersonen gingen auf Reise. Unser Ziel war Bad Bevensen in der Lüneburger Heide.
Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen wir uns in Freital. Da kein barrierefreier Reisebus zur Verfügung stand übernahm die Firma Shuttle- und Reiseservice Schön, mit drei Großraumfahrzeugen, den Transport. Alle staunten was verladen wurde. Trotz fünf Rollstühlen und 2 Rollatoren war noch genug Platz. Nach sechs Stunden erreichten wir unser Ziel. Das Hotel liegt am Waldrand etwas abseits vom Ort. Wir wurden freundlich empfangen und nach kurzer Anmeldung konnten wir die Zimmer beziehen. Jeder hatte genug Zeit sich von der Fahrt zu erholen oder schon die ersten Erkundungen in der Umgebung zu unternehmen.

Der Vorstand hatte für jeden Tag ein Angebot vorbereitet. Am Montagvormittag trafen wir uns im Wald und wurden sportlich aktiv. Vor dem Hotel beginnt ein Rollstuhlwanderweg durch den Wald. Auf halber Strecke liegt eine Lichtung mit vielen Sitzgelegenheiten, wie gemacht für unser Vorhaben. Einige hatten sich bei den Paralympics die Boccia-Wettkämpfe angesehen und wollten es gern einmal selbst probieren. Manuela Dreißig hat den Wunsch aufgegriffen und zum Wettkampf eingeladen. Die Regeln wurden den Gegebenheiten leicht angepasst und alle hatten riesigen Spaß dabei.

Boccia01

Boccia02

Hochkonzentriert und dann wieder Beifall, diese Stimmung brachte uns einen schönen Vormittag. Natürlich wurden auch alle Plätze ausgespielt. Erster wurde Hans vor Birgit und Kerstin. Damit erlebten wir, dass Sport unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam möglich ist. Vielleicht gelingt es uns auch in Freital eine Stelle zu finden um diese Möglichkeit weiterhin zu nutzen.

Boccia03

Am Abend hatte unser Mitglied Helga Laue in die Bar eingeladen. Sie hatte kurz vorher ihren 80. Geburtstag. Ihr war es wichtig dieses Jubiläum mit uns zu feiern. Gemeinsam stießen wir auf ihr Wohl an und es entwickelte sich ein wunderschöner Abend. Irmgard und Waltraud brachten ein musikalisches Ständchen. Zum Abschluss sang Irmgard ein selbstgedichtetes Lied über den Verband zur Melodie “Eine Reise die ist lustig“. Beim Refrain stimmten alle mit ein.

Bad Bevensen

musizieren

Für den Dienstag hatte Roland Bräuer einen Bus nach Hamburg bestellt. Da dieser barrierefrei war ging das Verladen recht zügig und alle waren gespannt was kommt. Unser Busfahrer gestaltete die Fahrt sehr kurzweilig. Er erzählte uns viel über die Gegend, den Bau und die Bedeutung des Elbe-Seitenkanals, der unweit vom Hotel fliest, die Landwirtschaft und die Menschen. In Hamburg steuerte er als erstes die Landungsbrücken an. Für uns war die große Hafenrundfahrt bestellt. Das Schiff war barrierefrei und es war genug Platz an Bord. Die Fahrt war sehr interessant. Zum vereinbarten Zeitpunkt trafen wir uns wieder am Bus und starteten zur Stadtrundfahrt. Trotz des reichlichen Verkehrs erzählte und zeigte uns der Fahrer Sehenswürdigkeiten von Hamburg. Dazu gehörte auch die Fahrt durch die Speicherstadt und den neuen Stadtteil HafenCity. Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsvorhaben ist ein Modell für die neue europäische Stadt am Wasser. Die Fertigstellung des neuen Stadtteils ist für etwa 2025 geplant. Dann wird sich die Fläche der Hamburger Innenstadt um ganze 40 Prozent vergrößert haben. Es entstehen nicht nur 6000 Wohnungen, sondern auch alles was zum Leben dazu gehört. Für uns war es überwältigend wie am Wasser gebaut wird. Mit vielen neuen Eindrücken ging es zurück nach Bad Bevensen.

Am Mittwochnachmittag hatte das Hotel zum Kaffeetrinken eingeladen. Die Angestellte hatten die Waldlichtung in ein Waldcafé verwandelt. Erst stärkten sich alle und dann nutzten wir die Zeit zu einem Erfahrungsaustauch. Zur selben Zeit war eine Polio Selbsthilfegruppe aus Niedersachsen im Hotel. Wir tauschten uns über verschiedene Themen aus. Wie gestalten sie ihre Selbsthilfearbeit, welche Erfahrungen haben sie bei der Schaffung von Barrierefreiheit gemacht und nicht zuletzt ging es um verschiedene Hilfsmittel. So testeten wir untereinander die Rollstühle und welche Erleichterungen man damit schaffen kann.
Am Abend trafen sich alle noch einmal im Garten des Hotels. Der Regen vertrieb uns relativ schnell ins Haus, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Waldcafe
Am Donnerstag hieß es wieder Abschied nehmen. Alle waren traurig, dass die Zeit schon wieder um war. Unsere Erlebnisse kann uns keiner nehmen. Wir hatten eine wunderschöne Zeit. Die heißen Temperaturen waren sicher manchmal lästig, aber damit lockte uns am Abend ein Lüftchen nach draußen in gemütliche Runden. Jeder hat neue Erfahrungen im Gepäck. Wir haben Kraft getankt und werden den Alltag, ob gemeinsam oder allein, gut meistern.
Die Mitglieder bedankten sich für die Organisation der Reise beim Vorstand. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit. Eine unserer nächsten Vorstandssitzungen werden wir in einer Gaststätte durchführen. Die geistige Arbeit können wir dann bei Speis und Trank erledigen.

Manuela Dreißig
Vorsitzende


Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung


Rückblick: „Markt der Inklusion – weniger Barrieren, mehr Teilhabe“

Am 05. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, protestieren jedes Jahr zahlreiche Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe in Deutschland für mehr Inklusion und Barrierefreiheit.
Anlässlich dieses Protesttages veranstaltete die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen gemeinsam mit vielen Partnern und dem Inklusionsnetzwerk Sachsen am 05.05.2022 den „Markt der Inklusion – weniger Barrieren, mehr Teilhabe“ in Dresden.
Vor dem Kulturpalast konnten Besucher von 14 – 17 Uhr bei schönstem Sonnenschein und Jazzklängen an zahlreichen Aktionen rund um Inklusion und Barrierefreiheit teilnehmen und sich an den Ständen der beteiligten Partner zu diesen Themen informieren.

Barrierefreie Mobilität im Fokus

Der Protesttag stand dieses Jahr unter dem Motto „Tempo machen – barrierefrei zum Ziel“. Aus diesem Grund boten einige Partner Mobilität-Parcours sowie Stadtrundgänge zur Selbsterfahrung an.

Die zahlreichen Aktionen vor Ort förderten erneut die Barrieren zu Tage, die die vielen verschiedenen Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung in ihrem Protest einen.
Von den klassischen Treppenstufen, die Rollstuhlnutzenden den Zugang zu vielen Gebäuden verwehren, bis hin zu Sprache, die zum Teil eine politische Teilhabe unmöglich macht, wurden zahlreiche Barrieren benannt.

Veranstaltung mit Protestcharakter

Nicht zuletzt geht es beim 5. Mai darum, Protest zu äußern. Hierfür konnten die Teilnehmenden zahlreiche Angebote nutzen:

Offene Bühne
Die Veranstaltungsbühne diente nicht nur der musikalischen Untermalung durch die Jazzband „Blue Alley“, sie konnte auch von allen Teilnehmern für Protestverkündungen genutzt werden. So wurden hier u. a. Forderungen für eine gerechte Entlohnung von Menschen mit Behinderungen in Werkstätten laut.